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Kirche St. Sebastian

Kirche St. Sebastian

Bereits 1373 wurde in einem Lehensbrief eine Kirche in Reichmannsdorf als Grablege der Familie Truchseß - aber auch als Gemeindekirche - erwähnt.

1473 stiftete Melchior Truchseß von Pommersfelden die Pfarrei Reichmannsdorf dem Würzburger Fürstbischof Rudolph von Scherenberg mit der Bitte, diese als eigenständige Pfarrei zu erheben. Zu Ehren des Fürstbischofs ließen die Reichmannsdorfer 1520 sein Bildnis und Wappen als Steinrelief von Loy Hering über dem Kircheneingang anbringen.

Nach Zerstörungen im Bauernkrieg 1525 wurde die Kirche 1526/1527 umgebaut. Durch das Herausrücken der Südwand errichtete Lorenz Truchseß eine Gruftkapelle über die Begräbnisstätte seiner Eltern und richtete eine Heiltumskammer ein. Ein in dieser Zeit verwendetes Kreuzreliquiar von 1508 ist heute noch vorhanden - als einziges Zeugnis einer reichen Vergangenheit.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche und der Ort vollständig zerstört.
Hierbei ermordeten die Schweden den Reichmannsdorfer Pfarrer Valentin Gesell auf seinem Weg zur Hl. Messe nach Elsendorf. Ihm zu Ehren wurde die Pfaffenmarter im Kammerforst südlich von Reichmannsdorf errichtet.

Bei einer Neuordnung der fränkischen Bistümer 1687 erlangte Wolf Philipp von Schrottenberg Reichmannsdorf. Im Jahre 1693 erhielt Reichmannsdorf die Erlaubnis des Bischofs zum Neubau einer Kirche. Man geht davon aus, dass die jetzige Alte Kirche um diese Zeit erbaut wurde. Wie aus einer Inschrift hervorgeht, stiftete die Familie von Schrottenberg 1704 einen Hochalter aus Stuckmarmor, dessen Altarblatt den Heiligen Sebastian zeigt. Das Bronze Epitaph der Familie von Schrottenberg stammt von der ursprünglichen Grablege der Familie in Bamberg. Im Jahre 1810 erhielt Reichmannsdorf wieder einen Seelsorger.

Der heutige Kirchenbau setzt sich aus der alten Chorturmkirche und dem an ihrer Westseite rechtwinklig angefügten neuen Langhaus aus dem Jahre 1921 nach Plänen von Professor Fuchsenberger zusammen. Der Neubau, bei dem die Schrottenberg‘sche Familie weit über die Hälfte der Kosten trug, ist ein einschiffiger Raum in einem neuen, eigenen Stil, losgelöst von Jugendstilformen. Die ornamentale Felderdecke und die Empore sind mit volkstümlichen Motiv- und Blumenmalereien verziert. Letztlich fehlte dem Architekten jedoch der Wille zu rein geometrischen Formen, was der barockisierende Hochaltar und die Seitenaltäre zeigen. Der Hochaltar mit freistehendem Tabernakel wird an den Seiten von Barockfiguren des Judas Thaddäus (links) und Jakobus des Älteren (rechts) geschmückt. Das Altarbild nach Jakobus Karl Stauder zeigt die Krönung Mariens, die Seitenaltäre nach Karl Gerhard zeigen die Flucht nach Ägypten (links) und die Heilige Anna mit Maria (rechts).

Am 9. Oktober 1921 fand die Weihe unserer Kirche durch Erzbischof Jacobus von Hauck statt. Seither feiern wir unser Kirchweihfest am zweiten Sonntag im Oktober.

Unsere Kuratie St. Sebastian Reichmannsdorf gehört zum Seelsorgebereich Dreifrankenland im Steigerwald.

Wer unsere Kirche außerhalb der Gottesdienstzeiten besuchen möchte, meldet sich bitte im Pfarrbüro unter der Telefonnummer: 09546/356.

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